Carl Ludwig Jahn

Die Holzgewächse des Friedrichshains bei Berlin.

Geſchichtliche und ſtatiſtiſche Notizen.

Nach obigem Beſchluſſe wurde ungeſäumt zur Ausführung ge­ſchritten; aber wie groß die zu überwindenden Schwierigkeiten wa­ren, leuchtet deutlich aus der Zeit hervor, welche zur Realiſirung dieſes Beſchluſſes nöthig wurde, wenn man hört, daß erſt ſechs Jahre ſpäter, , mit der Vermeſſung und Regulirung des er­worbenen Planes vorgegangen werden konnte.

Lage. Form.

Aus obigem Beſchluſſe der Communal‐Behörden geht ſchon die Lage des Hains im Allgemeinen hervor. Derſelbe liegt zwiſchen einem, ſüdlich vom Königsthore oſtwärts führenden breiten Feld­wege und der Landsberger Chauſſee, an welche er unmittelbar mit ſeiner ſüdlichen Seite grenzt, und bildet ſeinem Umriſſe nach ziem­lich genau einen Rhombus.

Jnhalt.

Nach dem Verwaltungsbericht der Stadt von be­trug das Geſammt‐Areal, welches von der Commune zur Anlage des Hains erworben wurde, 95 ha, von welchen zum Dienſtgebäude des Stadtgärtners und dem dabei befindlichen Garten 2.434 m², zum Begräbniß­platze für die am aus dem Bürgerſtande Ge­fallenen 1.739 m² verwendet ſind.

Nahe an der öſtlichen Grenze befindet ſich ein tiefer Einſchnitt nordwärts von der Landsberger Chauſſee aus, welcher urſprünglich zur Aufnahme der ſtädtiſchen Waiſenhäuſer reſervirt wurde, welche jetzt in Rummelsburg erbaut ſind. Derſelbe enthält ungefähr 7,8 ha. Dieſe wurden bisher als Ackerland verpachtet.

Nach der neueſten Beſtimmung ſoll dieſer Raum zu Spiel­plätzen verwendet werden, wie ſie von den ſtädtiſchen Behörden für die Jugend zu errichten beſchloſſen ſind. Der bepflanzte Raum

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des Hains enthält obigen Berichten zufolge nahezu 87,6 ha oder 87½ ha.

Die Koſten der Erwerbung der ſämmtlichen Ländereien des Friedrichshains betragen:

a) Kaufgeld für erworbene
Grundſtücke
102,094 Thlr. 25 Sgr. — Pf.
b) Vermeſſungs‐, Gerichts­
und Hypothekenkoſten
631 „ 13 „ 10 „
c) Die Verwaltungskoſten 8,957 „ 5 „ 4 „
d) Die Anlage des Hains ſelbſt 38,755 „ 1 „ 1 „
Summa
150,438 Thlr. 15 Sgr. 3 Pf.

Die reine Kaufſumme, ohne alle Nebenkoſten, beträgt dieſen ſtatiſtiſchen Angaben nach einen Durchſchnittspreis von ungefähr 560 Thlr. für den Morgen.

Laut obigem Beſchluſſe der Communalbehörden ſollte die An­lage des beabsichtigten Erholungsortes nach Art des Thiergartens ausgeführt werden.

Vergleicht man aber das Geſammt‐Areal des Thiergartens mit dem verhältnißmäßig kleinen, theuer erworbenen Raume, welcher zur Anlage des Hains zur Diſpoſition ſtand, ſo mußte das Augen­merk der Behörden darauf gerichtet ſein, daß derſelbe möglichſt zweckentſprechend eingerichtet werden möge, damit unter vortheil­hafter Benutzung des etwas wellenförmigen Bodens einem möglichſt zahlreichen Beſuche hinreichende Gelegenheit geboten werde, ſich un­beengt ergehen zu können. Es mußten alſo ſo viele Wege und Steige als irgend möglich, angelegt werden, ohne dem Ganzen den Charakter des Kleinlichen aufzudrücken.

Deshalb wurde eine Preis‐Concurrenz über den zweckmäßig­ſten Entwurf der Anlage ausgeſchrieben, in Folge deren der durch einen Schüler des Herrn General‐Garten‐Directors Lenné, Herrn ꝛc. Meyer, entworfene Plan den Beifall der Behörden fand und ſpäter zur Ausführung gelangte.

Jn wie reichem Maße die oben angedeuteten Bedingungen er-