Carl Ludwig Jahn

Die Holzgewächse des Friedrichshains bei Berlin.

Geſchichtliche und ſtatiſtiſche Notizen.

verjüngte Säule aus polirtem, ſchleſiſchem Marmor, deren Umfang des Schaftes über dem Sockel ungefähr 3 m mißt. Dieſelbe trägt das metallene Bruſtbild des großen Königs von mindeſtens dop­peltem Maße natürlicher Größe. Das Geſicht iſt der Stadt zu­gekehrt.

An der Säule befinden ſich oben in erhabener Arbeit an der Weſtſeite die Worte:

FRIEDRICH DEM GROSSEN.

An der Oſtſeite in der Mitte des Schaftes:

SEINEN MITBUERGERN DIE DURCH GRUENDUNG DIESES HAINES DAS ANDENKEN AN DEN GROSSEN KOENIG UNSERN NACHKOMMEN BEWAHREN WOLLEN ERRICHTETE DIESES DENKMAL ALS EIN ZEICHEN DES DANKES DER BUERGER J. S. FREITAG.

Sehr zu bedauern iſt nur, daß ſich bereits Spuren des zer­ſtörenden, klimatiſchen Einfluſſes an demſelben bemerkbar machen, indem die in dieſem Winter beſonders ungünſtige Witterung für Steindenkmäler an der Südſeite des Sockels, ein Stück von etwa 0,4 m², wenn auch nur in kaum 3 Zentimeter ſtarker Scheibe ab­geplatzt iſt.

Den Unterbau umgeben unmittelbar, innerhalb eines ſtei­nernen Kreiſes, ſtrahlenförmig niedliche, beſonders gepflegte Blumen­beetchen, die von bogenförmigen Geländen aus Ampelopsis quin­quefolia gegen den äußern Andrang geſchützt ſind.

2) Das Kabinet.

Ein kleines, niedliches Plätzchen, nordöſtlich vom Plateau, das auf drei Seiten von einer hohen Wand aus Carpinus Betulus (Hainbuche) begrenzt iſt. Jn derſelben ſtehen Platanen, welche ſpä­ter den Platz ganz beſchatten werden. Die ſüdlich gelegene offene

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Seite geſtattet einen Blick über den freien Raum, welcher urſprüng­lich zur Aufnahme der Waiſenhäuſer beſtimmt war, nach der Lands­berger Chauſſee.

3) Der Spielplatz.

Derſelbe bildet ein langes Viereck mit beiderſeits vorſpringenden Mittelfeldern und abgerundeten Enden, das durch breite Steige in mehrere mit Raſen bewachſene Felder getheilt iſt, die mit klei­nem Geſträuch und Baumgruppen garnirt und von verſchiedenen niedrigen Hecken eingefaßt ſind. An mehreren Stellen ſind Bänke zum Ruhen aufgeſtellt. Die äußere 2 Meter hohe Umfaſſung beſteht aus beſchnittenen Hainbuchen.

4) Der ovale Platz.

Der Name kennzeichnet ihn ſchon vor den übrigen Plätzen. Jn der Mitte befindet ſich ein großes Blumenbeet von entſprechender Form. Es befindet ſich dort, wo der über die Mitte des Pla­teaus führende Fahrweg den von Südoſt kommenden durchſchneidet.

Außer dieſen Plätzen ſind noch zu beachten:

5) Die Plantage.

Sie liegt in der Nordoſtecke des Hains und beſteht aus einem, von mehreren Steigen durſchnittenen Fünfeck, welches zur Kultur junger Pflänzlinge beſtimmt iſt.

6) Der Turnplatz.

Ein langes Rechteck an der Nordſeite des Hains, weſtlich von der Plantage und hat eine gleiche Beſtimmung.

Dieſer Platz war beim Entwürfe des Hains zu einem Turn­plätze beſtimmt, weshalb er noch jetzt den Namen führt.

Beide Plantagen ſind eigentlich dem allgemeinen Zutritt nicht offiziell zugänglich, jedoch wird dem ſich wiſſenſchaftlich dafür Jn­tereſſirenden kein Hinderniß in den Weg gelegt.